"Wenn wir alles für unseren Herrn hergegeben haben und nichts mehr zu schenken übrig bleibt, dann legen wir den Schlüssel unter die Türe und wandern still davon." Dieser Satz beschreibt das ganze Wesen von Vinzenz von Paul. In einer armen Gegend Frankreichs wurde er als armer Bauernsohn geboren. Mit Nachhilfestunden musste er sich sein Studium der Theologie finanzieren. Schon mit 20 Jahren wurde Vinzenz von Paul zum Priester geweiht und konnte ein besseres Leben führen - bis etwas Besonderes passierte: Er reiste mit einem Segelschff von Marseille nach Touluse, als das Schiff von tunesischen Piraten überfallen wurde. Im Kampf wurde er verletzt, entführt und später von den Tunesiern als Sklave verkauft. Erst nach Jahren konnte er fliehen. Er kehrte nach Paris zurück und beschloss, Seelsorger in der verwahrlosten Vorstadtpfarrei Clichy zu werden. Außerdem wurde er Seelsorger in den Gefängnissen, aus denen die Galeerensklaven kamen, die auf den Ruderbänken großer Schiffe zur Strafe rudern mussten. König Ludwig XIII. ernannte ihn sogar zum Oberpfarrer über alle Galeerenschiffe.
Vinzenz weihte sein Leben fortan den Armen. Er organisierte kirchliche Bruderschaften, zum Beispiel die "Helfer der Armen" und die "Dienerinnen der Armen". Sie baten die Reichen um Spenden für die Armen.
Vinzenz erkannte auch, dass die Ausbildung der Geistlichen nicht ausreichend war und bei den Gläubigen eine erschreckende Unwissenheit herrschte. So bildete er Predigergemeinschaften, die von Pfarrei zu Pfarrei zogen, um die Menschen im Glauben zu unterrichten. Er nannte diese Volksmissionare "Lazaristen". Zudem war er an der Gründung neuer Priesterseminare in Frankreich maßgeblich beteiligt.
Seine Einrichtungen wurden immer mehr, sodass er bald Aufgaben abgeben musste. So übernahm Louise de Marillac die Landmädchen, die sich der Krankenpflege widmeten und sich "Töchter der christlichen Liebe" widmeten. Heute heißen sie "Vinzentinerinnen der Karnkenpflege". Und in vielen Pfarreien gibt es auch heute noch "Vinzenzvereine", die der Idee von Vinzenz folgen und sich den Armen widmen.
Vinzenz von Paul starb am 27. September 1660 in Paris. 1737 wurde er heilig gesprochen. Seit 1886 ist er Patron der christlichen Caritas. Seine Gebeine wurden in Paris bestattet, sein Herz wird in der Kathedrale von Lyon aufbewahrt.
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