Der Heilige des Monats

Ulrich - Bischof von Augsburg (4. Juli)


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Der heilige Ulrich wurde um 890 in Augsburg geboren. Aus einem alemannischen Adelsgeschlecht stammend, wurde er in der Klosterschule von St. Gallen erzogen und auf den geistlichen Stand vorbereitet. Am Hofe seines Onkels Adalbero, des Bischofs von Augsburg, erhielt er später das Amt des Kämmerers. Auf einer Wallfahrt zu den Gräbern der Apostelfürsten Petrus und Paulus nach Rom erreichte ihn die Nachricht vom Tod seines Onkels. Papst Sergius III. bestimmte den jungen Priester zum Nachfolger, aber Ulrich lehnte die hohe Würde ab.
Die nächsten 15 Jahre, in denen Ulrich mit seiner Mutter auf den Familiengütern lebte, waren eine unruhige Zeit: Oft stürmten die Ungarn das Land und zerstörten, raubten und mordeten. Im Jahr 923 wurde Ulrich Bischof von Augsburg. Er fand sein Land in einer schlimmen Verfassung vor: So bewahrheitete sich die Vorahnung von Papst Sergius, der Ulrich nach seiner Ablehnung prophezeite: "Du wirst das Bistum dennoch übernehmen müssen, dann aber, wenn es in Trümmern liegt, wirst du harte Mühen haben, es wieder aufzurichten." Als Bischof war Ulrich zugleich Reichsfürst. Er führte als kluger Diplomat die Versöhnung von Kaiser Otto I. mit seinem rebellischen Sohn Luitolf herbei. Unermüdlich arbeitete er für den Wiederaufbau des Bistums. Die Stadt Augsburg wurde befestigt, viele Kirchen und Klöster wieder aufgebaut. Bei dem Volk war Bischof Ulrich aufgrund seiner mäßigen Lebensführung und seiner großen Freigiebigkeit sehr beliebt. Als die Ungarn 955 wieder in Süddeutschland einbrachen und die Stadt Augsburg belagerten, leitete Bischof Ulrich ruhig und klug die Verteidigung, hoch zu Ross, ohne Waffen, aber mit der Stola als Zeichen seines Priestertums. Seinem Einsatz und seiner Tapferkeit ist es zu verdanken, dass sich die schwache Stadt Augsburg so lange halten konnte, bis die Verstärkung eintraf und die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld (10. August 955) vernichtend geschlagen werden konnten.
Dargestellt wird der hl. Ulrich mit dem so genannten Ulrichskreuz (zur Abwehr von Unheil, Krankheiten und Mäuseplage) und dem Fisch. Die Legende erzählt, dass sich Ulrich bei einem Gespräch mit seinem Freund, dem Bischof von Konstanz, an einem Donnerstagabend so angesregt unterhalten habe, dass er das Essen völlig vergaß. Bis zum nächsten Morgen saßen beide zusammen. Als ein Bote eine Nachricht brachte, schenkte ihm Ulrich zum Dank ein Stück von dem übrig gebliebenen Fleisch. Der böswillige Bote lief zu seinem Herrn, um ihm zu sagen, dass der hl. Ulrich doch ein Heuchler sei, da er an einem Freitag Fleisch esse und ihn selber damit beschenkt habe. Als er zum Beweis das Stück Fleisch vorzeigen wollte, war es zu einem Fisch geworden.
Im Alter zog sich der hl. Ulrich in ein Benediktinerkloster zurück. Am 4. Juli 973 starb er in Augsburg, wo er auch beigesetzt ist. Am 29. Januar 993 wurde Ulrich als der erste Heilige durch Papst Johannes XV. nach dem heute gültigen Kanonisierungsverfahren heilig gesprochen. Er ist der Patron des Bistums Augsburg, der Winzer sowie Wasser- und Reisepatron. Sein Fest feiern wir am 4. Juli, seinem Todestag.

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