Der liturgische Kalender

Der hl. Thomas von Aquin (28. Januar)


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Thomas von Aquin wurde um 1224 auf Burg Roccasecca bei Aquino in der Nähe von Neapel geboren. Er stammte aus einem alten lombardischen Adelsgeschlecht, sein Großonkel war Kaiser Friedrich I. Er wuchs auf in dem berühmten Benediktinerkloster in Monte Cassino. Schon früh äußerte er den Wunsch, Mönch zu werden. Seine ehrgeizigen Eltern hätten ihn am liebsten als Abt des Klosters von Monte Cassino gesehen - eine Stellung, die damals mit beträchtlichen Privilegien verbunden war. Für ihn stand aber fest, Dominikaner zu werden. Dieser damals noch sehr junge und arme Predigerorden galt in den besseren Kreisen der Gesellschaft nicht als angemessen. Daher wurde Thomas auf der Reise zum Studienseminar der Dominikaner in Paris von seinen Brüdern entführt und zu Hause festgehalten. Vergeblich redete seine Familie auf ihn ein, doch ließ er nicht von seiner Berufung ab und erlangte 1245 seine Freiheit wieder. Er studierte dann unter anderem in Paris und Köln, wo er mit Albertus Magnus zusammentraf, der als sein Lehrer großen Einfluss auf ihn ausübte. Seine Mitstudenten nannten ihn den "stummen Ochsen", was sich auf seine Schweigsamkeit und Körperfülle bezog. Nach seiner Priesterweihe 1248 wurde er bald ein angesehener Professor. Seine Arbeiten erregten größtes Aufsehen. Besonders bekannt wurde er durch die "Summa theologica", worin er die gesamte katholische Theologie systematisch behandelt. Außerdem übernahm er verschiedene Aufgaben in seinem Orden und arbeitete oft im Auftrag des Papstes. Ab 1265 unterstand ihm die Leitung der Ordensschule in Rom, später war er wieder in Paris und Neapel.
Thomas war nicht nur ein großer Wissenschaftler, sondern auch ein sehr frommer Mönch, voller tiefster Verehrung für das allerheiligste Sakrament, immer bescheiden, demütig und gehorsam. Die Legende erzählt, dass er eines Tages im Speisesaal des Klosters vorlas und ein Aufseher ihm verächtlich zurief, er solle eine Silbe anders aussprechen. Obwohl er es richtig gemacht hatte, las er sie noch einmal. Als ihm seine Mitbrüder nach dem Essen sagten, er hätte dies nicht tun sollen, weil er richtig gelesen hatte, antwortete er: "Es nützt allen wenig, ein Wort auf diese oder jene Art auszusprechen; aber dem Ordensmann nützt es, immer gehorsam und demütig zu sein."
Er starb am 7. März 1274 in einem Zisterzienserkloster. 1323 wurde er heilig gesprochen. 1567 bekam er den Titel eines Kirchenlehrers verliehen, 1880 erhob ihn Papst Leo XIII. zum Patron aller katholischen Schulen. Sein Fest feiern wir am 28. Januar.

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