"Warum kleine Kinder taufen?"

Grundvoraussetzung für Weg des gelebten Glaubens


Linie

Immer wieder hört man Eltern sagen: "Wir lassen unser Kind nicht taufen. Es soll später einmal selbst entscheiden, ob es der Kirche angehören möchte oder nicht." Die gleichen Eltern würden natürlich nie auf die Idee kommen zu sagen: "Wir schicken unser Kind nicht in die Schule, es soll später selbst entscheiden, ob es etwas lernen möchte oder nicht."
Wer sein Kind nicht taufen lässt, trifft für dieses Kind genauso eine Vorentscheidung wie umgekehrt. Eltern sind in der Verantwortung zu erziehen, Richtung vorzugeben und das Beste für ihr Kind zu wählen. Gläubige Eltern müssen daher bemüht sein, auch ihre Kinder baldmöglichst am Gnadengeschenk der Taufe teilhaben zu lassen.
Zwar war in der Urgemeinde allgemein der Glaube an Christus Voraussetzung zur Taufe, weshalb der Taufe ein Taufunterricht vorausging, wie das heute noch bei der Erwachsenentaufe oder in verschiedenen Missionsgebieten der Fall ist. Dass aber auch damals schon Kinder getauft wurden, liegt nahe, wenn etwa Paulus schreibt: "Ich habe auch Stephanuns und sein Haus getauft" (1 Kor 1,16) oder wenn in der Apostelgeschichte (18,8) steht: "Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen Hause." Spätestens seit dem dritten Jahrhundert liegen jedoch gesicherte Zeugnisse vor, dass auch die Kinder getauft wurden. Gemäß dem Wunsch Jesu: "Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich!" (Mt 19,14) werden die Kinder in der Taufe zu Gott gebracht. Hier wendet Gott sich dem Menschen zu ohne Vorbedingungen zu stellen. Gerade in der Säuglingstaufe wird anschaulich, dass die Taufe ein reines Geschenk ist. Keines dieser Kleinen hat Verdienste vorzuweisen, keines hat sich durch eigenes Bemühen und Zutun dieses Geschenk erarbeitet. Und doch schenkt Gott in der Taufe dem Täufling ein unauslöschliches Siegel, dass er Christus angehört und für das ewige Leben bereitet ist. Eine große Gnade, die keinem Kind vorenthalten werden sollte. Da bei der Taufe das Glaubensbekenntnis der Eltern und Paten stellvertretend für das Kind eintritt, verliert dieses ja nicht die spätere Freiheit eigener Entscheidung, sondern es empfängt die Grundvoraussetzung, einmal den Weg des gelebten Glaubens zu gehen. Ob das Kind diesen Weg einst beschreiten wird, darüber entscheidet es selbst und natürlich die Art und Weise, wie seine Eltern, Paten und die ganze Gemeinde ihn dabei begleiten werden.

Linie
© redaktion@turibulum.de
Linie

« zurück