"Er hat sich vom Saulus zum Paulus gewandelt" ist ein bekanntes Sprichwort, das man immer dann hört, wenn sich ein "Bösewicht" zum absoluten Gegenteil gewandelt hat.
Am 25. Januar feiert die Kirche das Fest der Bekehrung des Apostels Paulus. Paulus, der den jüdischen Namen "Saulus" trug, war einer der am meisten gefürchteten Christenverfolger. Schon bei der Steinigung des Märtyrers Stephanus stand er dabei "und passte auf die Kleider derer auf, die ihn umbrachten" (Apg 22,20). Er war ein fanatischer Pharisäer und hatte sich den Hohenpriestern zur Verfügung gestellt, Christen aufzuspüren und den Behörden zu übergeben. Als er nach Damaskus unterwegs war, um dort Christen zu verhaften, strahlte ihm plötzlich ein helles Licht vom Himmel entgegen, und er hörte eine Stimme: "Saul, Saul, warum verfolgst du mich?" Auch Paulus' Begleiter hörten die Stimme, sahen aber niemanden. "Wer bist du, Herr?" fragte er. "Ich bin Jesus, den du verfolgst", sprach die Stimme und forderte ihn auf, in die Stadt zu gehen, dort würde ihm gesagt, was er tun solle. Als das Licht verschwunden war, und er seine Augen öffnete, konnte er nichts mehr sehen, und auch die nächsten drei Tage war er blind.
In Damaskus angekommen, kam Hananias, ein Jünger Jesu, zu ihm, legte ihm die Hände auf und sprach: "Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt. Du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden." Paulus konnte wieder sehen und ließ sich taufen. Er wollte auch ein Jünger sein und verkündete, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Die Menschen waren sehr erstaunt und fragten sich: "Ist das nicht der Mann, der die Christen vernichten wollte?" Überall, wohin er kam, erzähle Paulus von Gott dem Herrn.
Es verwundert, dass Gott einen seiner größten Feinde zu seinen Aposteln berufen hat. Es zeigt uns aber auch, dass es nie zu spät ist umzukehren und von vorne anzufangen. Immer wenn wir uns etwas vornehmen, z.B. in der Fastenzeit, und wir schon im Voraus leise resignieren und meinen: "Ich ändere mich doch sowieso nicht", sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass aus einem scheinbar hoffnungslosen Fall wie Saulus einer der größten Heiligen geworden ist.
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