Man schrieb das Jahr 402. Patrick, Sohn eines Beamten und Diakons, ließ auf einem grünen Hügel in Südengland die Schafherde seiner Eltern grasen. Plötzlich entdeckte er Rauchschwaden am Himmel aus der Richtung, in der sein Elternhaus lag. So schnell er laufen konnte, rannte er dem Dorf Bonnavem Taberniae entgegen. Seine Vermutung bestätigte sich. Irische Seeräuber hatten das elterliche Gehöft angezündet.
Seine Eltern hatte man erschlagen, und als er seine Schwestern retten wollte, wurde er von den Seeräubern überwältigt, auf ein Schiff gebracht und als Sklave in Nordirland verkauft.
Hier musste er unter großen Entbehrungen Schafe hüten. Oft hat er in dieser harten Zeit zu Gott gebetet in der Weise, wie er es von seiner Mutter gelernt hatte.
Nach sechs Jahren nutzte er die Gelegenheit zu einer Flucht. Halb verhungert erreichte er die Ostküste und fand einen Schiffskapitän, der ihn mitnahm. Dafür musste er auf dem Schiff eine Ladung Wolfshunde versorgen und diese Bestien füttern. Die Hunde waren für Italien bestimmt.
In einem Hafen in Frankreich wurden sie ausgeschifft. Jetzt begann ein langer Marsch mit den Hunden durch das vom Krieg stark zerstörte Land. Bald waren die letzten Lebensmittel aufgebraucht, und Mannschaft und Hunde hungerten. Jetzt bat man Patrick, den man oft wegen seines regelmäßigen Betens verspottet hatte, er möge seinen Gott um Hilfe anrufen. Kurz darauf konnten sie eine Herde Wildschweine erlegen. Doch die Hundeaufseher waren undankbar und spotteten weiter.
Nach zwei Monaten gelang es Patrick, im Schutz der Dunkelheit zu fliehen und Aufnahme zu finden bei Mönchen im französischen Levin. Dort blieb er vier Jahre, ohne selbst Mönch zu werden. Dann kehrte er zu seinen Verwandten in sein Heimatdorf in England zurück.
Patrick, der in diesen Jahren viel erlebt hat und reifer geworden war, hörte immer wieder eine innere Stimme sprechen: "Komm zu uns nach Irland, Patrick!" Fast zwanzig Jahre hat es aber noch gedauert, bis er die "grüne Insel" Irland betreten konnte. Diesmal nicht als Sklave, sondern als christlicher Missionar und Bischof.
Bischof Patrick hatte außergewöhnliche Missionserfolge. Er bekehrte das einfache Volk wie auch Stammeskönige und hochgestellte Persönlichkeiten, fand aber auch erbitterten Widerstand.
Mit 76 Jahren starb er. Patrick ist heute der Nationalheilige des irischen Volkes. Kaum ein Volk hat in all den Jahrhunderten solche Unterdrückung erlitten und mit solch einer Treue am christlichen Glauben festgehalten wie das Volk der Iren. Die Iren haben in Vergangenheit und Gegenwart einen großen Teil der Missionare in aller Welt gestellt.
Patrick wird dargestellt mit einem Kleeblatt, an dem er die Heilige Dreifaltigkeit erklärt haben soll, und mit einer Schlange, weil es seit Patrick keine Schlangen mehr auf der Insel gibt. Patrick ist Schutzherr der Bergleute ud Viehpatron. Sein Fest feiert die Kirche am 17. März.
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