Der liturgische Kalender

Die heiligen Tage - Gründonnerstag bis Ostern)


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Mit dem Gründonnerstag beginnt das österliche Triduum - die heiligen drei Tage. Der Begriff "Gründonnerstag", der in Deutschland seit dem 12. Jahrhundert üblich ist, kommt vom altdeutschen Wort "greinen", was so viel heißt wie trauern. An diesem Tag, an dem das Gedächtnis des letzten Abendmahls und der Einsetzung der Eucharistie gefeiert wird, ist in jeder Gemeinde nur eine Messe möglich. Zum Gloria ertönen zum letzten Mal vor der Osternacht Orgel, Glocken und Altarschellen. Nach der Predigt kann die Fußwaschung durch den Priester erfolgen. Dazu nimmt der Priester das Messgewand ab und verrichtet an zwölf aus der Gemeinde ausgewählten Männern den niedrigsten Dienst, den sich ein Jude vorstellen konnte. Dieser Ritus, der daran erinnert, wie auch Jesus sich erniedrigte und seinen Jüngern die Füße wusch, soll uns sagen, dass nur der Weg der dienenden Liebe zu Gott führt. Zum Abschluss der Messe wird zunächst das Allerheiligste inzensiert und dann an einen Ort der Anbetung ausgesetzt. Vielerorts besteht der Brauch, dass die Gläubigen in der Nacht zum Karfreitag betend beim Allerheiligsten wachen.
KARFREITAG Am Karfreitag (althochdeutsch: kara = Trauer) findet keine Eucharistiefeier statt, sondern um 15 Uhr - zur Sterbestunde Jesu - die Karfreitagsliturgie. Nach zwei Lesungen wird die Passion aus dem Johannesevangelium entweder vorgelesen oder gesungen. In den zehn Großen Fürbitten beten wir für die Kirche, den Papst, die Stände der Kirche, die Taufbewerber, für die Einheit im Glauben, für die Juden, die Ungläubigen, die Regierenden und für alle Notleidenden. Bei der Kreuzverehrung hat jeder Kirchenbesucher die Gelegenheit, vor dem Kreuz niederzuknien und für die Erlösung zu danken. Es folgt die Kommunionfeier, in der wir die in der Gründonnerstagsmesse konsekrierten Gaben empfangen. Ein schöner Brauch, der allerdings im neuen Messbuch leider keine Berücksichtigung mehr findet, ist die Grablegung: Das Kreuz wird im Anschluss an die Gedächtnisfeier bis zur Osternacht an einen besonderen Ort zur Anbetung gelegt, wo auch Nachtwachen gehalten werden können.
Am Karfreitag, der in der evangelischen Kirche übri-gens der höchste Feiertag ist, wird uns die Erlösung, die uns durch Jesu Kreuzestod zuteil geworden ist, wieder deutlich vor Augen geführt. Niemals hätten die Menschen sich selbst von ihrer Schuld befreien können. Niemand kann sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen! Deshalb beten wir am Karfreitag während der Kreuzverehrung: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt. Kommt, lasset uns anbeten."
OSTERNACHT Am Karsamstag bleibt der Altar leer. Der Tag der Grabesruhe Christi ist zusammen mit dem Karfreitag der Trauertag der gesamten Christenheit. Wir denken an das Geheimnis des Leidens und Sterbens Christi. In der Osternacht wurden die Erstgeborenen des Volkes Israel durch das Blut des Opferlammes vor dem Würgeengel bewahrt. In der Osternacht zog das Volk Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft mitten durch das Rote Meer.
In der Osternacht durchschreitet Christus das Meer des Leidens und gelangt mit den Seinen in das Reich des Lebens. In dieser heiligen Nacht können wir das Ostergeheimnis erfahren. Die Osternachtfeier ist der Mittelpunkt des liturgischen Jahres. Wir wachen und warten auf den Herrn, gleichzeitig feiern und empfangen wir den Auferstandenen.
Die Osternachtfeier sollte in der Nacht gefeiert werden. Selbstverständlich müssen auch wir Ministranten durch eine gute Vorbereitung und intensives Mitfeiern helfen, den Gottesdienst so andächtig und schön wie möglich zu gestalten. Dazu gehört auch, dass man über den Ablauf der Liturgie Bescheid weiß: Die Osternacht beginnt mit der Lichtfeier, dem Osterfeuer vor der Kirche, wovon die Osterkerze und später die Kerzen der Gläubigen entzündet werden, was symbolisch bedeutet: "Ihr seid das Licht der Welt!" Dann wir die Osterkerze im Exsultet (Osterlob) besungen. In der Zeit des Wartens auf den Herrn werden sieben Lesungen vorgetragen. Zum Gloria erstrahlt die Kirche im hellen Licht, die Dunkelheit, die beklemmende Angst ist der Erlösungsfreude gewichen. In der Osternacht werden oft Menschen durch das Sakrament der Taufe in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Ist dies nicht der Fall, erfolgt dennoch die Taufwasserweihe, und das Taufversprechen wird erneuert. Dann wird die österliche Eucharistie gefeiert. Wo es üblich ist, nehmen die Gläubigen ihre Osterkerze mit nach Hause und verbreiten so das Licht des Auferstandenen. Tatsächlich sollte dieses Licht unser Herz erfüllen. Das Fest geht weiter in den acht Tagen nach Ostern (Osteroktav) und den 50 Tagen nach Ostern, bis Pfingsten (große Osteroktav).

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