Der liturgische Kalender

Fronleichnam (diesmal 10. Juni)


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Fronleichnam heißt im Mittelhochdeutschen "Leib des Herrn". Das katholische Fest des Altarsakraments wird am Donnerstag nach der Pfingstwoche gefeiert. Veranlasst durch Visionen der Augustinerin Juliana von Lüttich, die von 1193 bis 1258 lebte, wurde das Fronleichnamsfest um 1250 eingeführt. Im allerheiligsten Altarsakrament ist Gott unter den Gestalten von Brot und Wein Gegenstand der Anbetung. Bei der Fronleichnamsprozession wird die geweihte Hostie in einer Monstranz, einem künstlerisch gestalteten Vorzeigegerät - meist aus Silber oder Gold - in einem feierlichen Umzug durch die Gemeinde getragen. Auf dem Weg gibt es einzelne Stationen mit einem Altar. Früher waren am Prozessionsweg vier Altäre aufgestellt, weil man den Segen in die vier Himmelsrichtungen spenden wollte. Heute beschränkt man sich oft auf eine Station. Dort wird dann die Monstranz abgestellt und das Allerheiligste angebetet. In Köln wurde die erste Fronleichnamsprozession um 1270 durchgeführt. Der Reformator Martin Luther lehnte die Fronleichnamsprozession ab.
Auch heute begehen wir das Fronleichnamsfest, wenn es irgendwie möglich ist, nicht nur im Innern des Gotteshauses. Wir halten die Prozession oder sogar die Eucharistiefeier außerhalb im Freien. Wir schmücken die Häuser und Straßen mit Blumen und Fahnen. Wir singen und musizieren. Was hat dieses Hineintragen des Festes in die Straßen und Plätze mit der Gegenwart Christi unter der Brotsgestalt zu tun? Er ist nicht nur Erlöser, sondern zuvor der Schöpfer der Welt. Wo es noch Brauch ist, da wird am vierten Altar der Anfang des Evangeliums nach Johannes gelesen, wo die Schöpfung der Welt durch Christus ausgesprochen wird: "Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist" (Joh 1,3). Der hl. Petrus sagt von Christus: "In ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare (...) alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen" (Kol 1,16).
Fronleichnam ist das Fest der Zusammenschau unseres Glaubens in der wirklichen Gegenwart Christi unter den Gestalten von Brot und Wein. Es ist der Tag unseres besonderen Dankes für die größten wirklichen Gaben Gottes für uns Menschen. Fronleichnam ist das Fest der Gemeinschaft. Christus will und schafft die Gemeinschaft mit ihm und von uns Menschen untereinander. An diesem heutigen Fest fragen wir uns: Suche auch ich die Gemeinschaft mit Christus, der sie so sehr mit mir sucht? Suche, liebe, fördere ich die Gemeinschaft mit den anderen? Bin ich mir bewusst, dass ich Christus begegne, wenn ich mit einem Mitchrsiten, einem Mitmenschen zu tun habe? "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40).

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