Der liturgische Kalender

Die Fastenzeit


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Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, die Vorbereitungszeit auf Ostern, das höchste Fest des Kirchenjahres. In der frühen Kirche wurden in diesen Wochen die Taufbewerber auf die Taufe und die "öffentlichen Büßer", deren Sünden allgemein bekannt waren, auf die Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der Kirche vorbereitet. Der Ursprung der Fastenzeit liegt im Judentum. Im 5. Jahrhundert wurde sie von der römischen Kirche von drei Wochen auf 40 Tage verlängert (die Fastensonntage zählen nicht mit). Aber warum 40 Tage?
Die Zahl kommt in der Bibel häufig vor. 40 Tage zog Moses mit den Israeliten durch die Wüste, ebenfalls 40 Tage fastete Jesus in der Wüste, wo er vom Satan versucht wurde. Nach dem Beispiel, das uns Christus und die Heiligen gegeben haben, fasten auch wir. Wir verzichten freiwillig auf etwas Erlaubtes (Speisen, Genussmittel, Fernsehen, Computerspielen, Süßigkeiten, Internet), um uns mit dem Opfer Christi zu vereinigen und für unsere Sünden zu büßen. Der Verzicht wird von Gott durchaus "belohnt", die Sünde wird unterdrückt, unser Geist wird von leiblichen Abhängigkeiten befreit und zu Gott erhoben. Es gibt Fast- und Abstinenztage. An den Fasttagen darf man sich einmal satt essen, morgens und abends aber nur eine kleine Stärkung zu sich nehmen. Fasttage sind der Aschermittwoch und der Karfreitag. Jeder Katholik zwischen 18 und 60 Jahren muss die Fasttage einhalten. Entschuldigt sind Kranke, Schwache und Genesende, außerdem Menschen, die schwer arbeiten müssen oder ihre Berufspflicht nicht erfüllen könnten.
Abstinenz heißt Enthaltung. Abstinenztage sind Aschermittwoch und alle Freitage des Jahres. An Abstinenztagen verzichten wir traditionellerweise auf Fleischspeisen im Gedenken an den Tod des Herrn. Anstelle des Fleischverzichts kann man sich auch anderer erlaubter Dinge enthalten oder ein Opfer in Form einer Spende oder eines besonderes Gebetes bringen. Auch hier sind wieder Kranke, Reisende, Schwerstarbeiter usw. entschuldigt.
Eine weitere Form des Fastens, die heute von der Kirche erleichtert ist, ist leider in Vergessenheit geraten: das Eucharistische Fasten. Eine Stunde vor dem Empfang der Kommunion ist man verpflichtet, auf Getränke und Speisen zu verzichten, mit Ausnahme von klarem Wasser und Medizin. Empfohlen bleibt aber weiterhin die völlige Nüchternheit. Diese Form des Fastens unterstreicht die Bedeutung des Sakraments der Eucharistie und hilft uns, uns seiner Größe und Wichtigkeit bewusst zu werden.
Doch nicht nur das Fasten in der Fastenzeit dient unserer Vorbereitung auf Ostern. Nicht umsonst wird darauf hingewiesen, dass der "offizielle Titel" der Fastenzeit "österliche Bußzeit" lautet. Eine gute und regelmäßige Beichte bildet die Grundlage für ein fruchtbares Fasten.

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